Weingut Rudolf Bosch
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Beim Weinausbau setzen wir anstatt auf Hightech lieber auf Zeit und Geduld. Nach traditioneller Handwerksart wird der noch süße Traubenmost schonend über Nacht sich ganz einfach selbst überlassen. Die meisten sich in Schwebe befindlichen Trubpartikel sinken bis zum nächsten Tag, die Schwerkraft macht´s möglich, von selbst auf den Boden der kleinen Edelstahltanks und der herrlich klare Traubensaft kann ganz einfach auch ohne technischen Firlefanz wie Flotation, Separator oder Kammerfilter-presse in einen anderen Tank gepumpt werden.

Eine langsame, aber nicht zu kalte Gärung schont und fördert die Ausbildung der rebsorten-typischen Fruchtaromen, denn Bosch-Weine sollen nach der Traube schmecken, aus der sie gekeltert wurden.

Haben die Hefen den größten Teil des Zuckers in Alkohol umgewandelt, wird die Gärung durch Kühlung langsam zum Einschlafen gebracht. Dadurch behalten manche Weine je nach Rebsorte und Jahrgang eine mehr oder weniger schmeckbare, natürliche Fruchtsüße, die zum Einen die Fruchtaromen der Weine unterstützt und zum Anderen auch die Alkoholgehalte des ein oder anderen Bosch-Weines etwas moderater ausfallen lässt. Denn man ist sich einig: Weine über 13%  sollten auch in Zeiten des Klimawandels eher eine Seltenheit als die Regel sein.

Nach der Gärung dürfen sich die Weine dann ausruhen, sich langsam selbst klären, bevor sie dann im Frühjahr noch winterkalt, ganz schonend für Aroma und Kohlensäure, filtriert werden. Hat bis hierher alles optimal geklappt, werden die Weine ungeschönt mit einem im Keller auf ein Minimum reduziertes Eingreifen in Flaschen gefüllt - dem Maximum an im Weinberg investierter Leidenschaft und Arbeitsbereitschaft sei Dank!

Großartige und einmalige Weine zu erzeugen, dabei allerdings auch den unkomplizierten  Weingenuss nicht zu vergessen und zuletzt das Ziel, den auf der Weinkarte Deutschlands  immer noch viel zu blassen Flecken Kraichgau, zusammen mit den vielen motivierten jungen und erfahrenen älteren Winzerkollegen aus der Region, in ein neues, buntes und facettenreiches Licht zu rücken, das sind die Aufgaben und Ziele, die wir uns ganz oben auf unserem Merkzettel notiert haben. 

Verwurzelt in der ursprünglichen Handwerkskunst des Winzers, dabei aber im Kopf frei von angestaubten und veralteten, zum Dogma erhobenen Weisheiten vergangener Tage, nehmen wir die Arbeit des Winzers als das an, was sie seit Jahrhunderten ist und, allem technischen Fortschritt zum Trotze, auch immer sein wird: Arbeiten mit und nicht gegen die Natur, sich im Hochsommer schinden bis man denkt eigentlich kann kein Tropfen Schweiß mehr in dir sein, hoffen auf nicht zu viel und nicht zu wenig Regen, beten von Unwettern verschont zu bleiben um am Ende den Lohn eines ganzen Jahres harter Arbeit mit Freunden in gemütlicher Runde genießen zu können. Das heißt für uns Tradition modern zu interpretieren!

 
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